Wie fischertechnik den Panamakanal ermöglichte.

Schon wieder eine tolle Geschichte, die eigentlich auf die Titelseite überregionaler Zeitschriften gehört: „Deutsches Spielzeug simuliert die Schleusenanlage des Panamakanals“. Aber beginnen wir von vorne.

Der 1914 eröffnete Panamakanal ist eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt: Er verbindet Atlantik und Pazifik – und erspart damit die Umschiffung von Südamerika (Cap Horn). Fast 15.000 Schiffe mit einer Ladung von bis zu 4.600 Containern und einer Länge von maximal 294,3 Metern und 32,3 Metern Breite passieren die Schleusenanlage jährlich.

Seit der Eröffnung der Erweiterungsschleuse am 26.06.2016 können ihn nun Schiffe mit bis zu 14.000 Containern und einer Länge von maximal 366 Meter und 49 Metern Breite nutzen. Bis zu 150.000 Tonnen wiegt ein solcher Containerriese, der im Schleusensystem um insgesamt 26 m angehoben werden muss.

Zur Simulation der Schleusenfunktion ließ das mit dem Bau des Kanals beauftragte Unternehmen GUPC ein Modell im Maßstab 1:200 bauen, mit dem sich die vier Tore der drei Schleusenbecken steuern ließen. Damit wurden dreihundert Szenarien erfolgreich durchgetestet. Das verwendete Modell war – den wahren fischertechniker wird es nicht erstaunen – aus fischertechnik. Natürlich. (Siehe auch das „Onride“-Video des Modells.)

ft-Simulation des Panama-Kanals

Simulationsmodell der Erweiterung des Panama-Kanals – mit ft-Steuerung

Seit Ende Juni kommen nun auch die neuesten fischertechnik-Kästen viel schneller nach Panama (und darüber hinaus).

Von dieser wunderbaren Erfolgsgeschichte erfährt man leider nur aus der regionalen Presse; nach mühevoller Suche (Danke an Ralf-Henning für den Hinweis!) findet man an unerwarteter Stelle einen Bericht über dieses schöne Projekt (Nachtrag: am 08.08.2016 berichtete auch die Baufachzeitung darüber). Dabei ist es ein beeindruckender Beleg für die außerordentliche Qualität des Prototyp-Konstruktionssystems fischertechnik – made in Germany.

Während die Welt solche Hochtechnologieprojekte erfolgreich mit deutschem Qualitätsspielzeug simuliert (und vollendet), basteln deutsche Schüler bestenfalls mit Lego – und scheitern deutsche Ingenieure schon am Bau von Opernhäusern und Flughäfen.

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2 Kommentare

  1. Harald

    Bist du da sicher, dass es an den Ingenieuren liegt?
    Das sind andere, die während der Bauzeit die Randbedingungen verdrehen und Meilensteine als groben Anhalt sehen und sich dann wundern, wenn ihnen die Budgetplanung um die Ohren fliegt.

    Ein Planungsstab muss mit dem ersten Spatenstich aufgelöst werden. Erst NACH Betriebsbeginn darf ein neuer einberufen werden, um über Erweiterungen und Änderungen zu beraten. Anders wird das nie was.

    • fischertechniker

      Hallo Harald,

      Du hast natürlich Recht – die Ingenieure sind nicht die Schuldigen, und die Andeutung ist grob vereinfachend. Dennoch muss man sich fragen, warum ein Hochtechnologieland wie Deutschland in den vergangenen Jahren bei technischen Großprojekten vor allem negative Schlagzeilen macht (Toll Collect, Elbphilharmonie, Transrapid, U-Bahn Köln, Klimaanlage und Mobilfunk im ICE, BER, Stuttgart 21, …) – während vermeintliche „Schwellenländer“ uns die Rücklichter zeigen.

      Mit mehr technischem Sachverstand bei allen Beteiligten (Planer, Entscheider, Regulierer, Politiker, …) würde das vielleicht seltener passieren, denke ich. Denn wenn Ingenieure und Techniker die Planungen technisch unbescholtener Entscheider umsetzen müssen, passieren unvermeidlich solche Pannen. Daher mein Credo: wir brauchen mehr Technikwissenstransfer in den Schulen – damit Technikwissen Teil der Allgemeinbildung wird. Vielleicht glänzen wir dann ja in 15-20 Jahren wieder mit technischen Höchstleistungen.

      Gruß, fischertechniker

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