Wie man fischertechnik das Zeichnen beibringt.

Mitte der 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – der PC feierte gerade seinen zweiten Geburtstag und telefoniert wurde noch mit Wählscheibe über die Deutsche Bundespost – waren Plotter etwas für einen Normalsterblichen Unerschwingliches. Im Zeitalter allgegenwärtiger Tablets und Laserdrucker sind sie inzwischen etwas für einen Normalsterblichen völlig Überflüssiges – aber damals war es die einzige Möglichkeit, eine (elektronische) Zeichnung mit einem Computer zu Papier zu bringen.

Da erschien im Jahr 1985 der fischertechnik-Plotter. Mit zwei Schrittmotoren und einem Elektromagneten (zum Absenken des Zeichenstifts), vier Alus, drei Schneckengetrieben und einem Basic-Programm ließen sich Schriften und Funktionsgraphen auf DIN-A4-Blätter zaubern – für einen Preis, der Größenordnungen unter dem professioneller Plotter lag.

fischertechnik-Plotter aus dem Jahr 1985

fischertechnik-Plotter aus dem Jahr 1985

Ein Nachbau dieses ft-Computing-Klassikers aus dem Jahr 2012 mit aktuellen Komponenten, realisiert von DIY, einem russischen Fan, findet sich im Blog von Sysmagazine, das Video dazu bei Youtube:

Aber es gab auch Versuche, die Präzision des Plotters zu perfektionieren. Stefan Falk konstruierte 2005 einen VB.net-gesteuerten Plotter. Eine sehr hohe Genauigkeit erreichte Stefan Lehnerer mit seinem Plotter aus dem Jahr 2007; noch präziser zeichnete sein Nachfolgemodell aus dem Jahr 2012. Eine (theoretische) Auflösung von 0,021 mm besitzt der RoboPro-Präzisionsplotter von Dirk Fox aus dem Jahr 2011, der die Plotter-Sprache HP-GL versteht.

Landeswappen Baden-Württemberg - mit fischertechnik geplottet

Landeswappen Baden-Württemberg – mit fischertechnik geplottet (Foto: fischertechniker)

Hard- und Software dieses Plotters sind ausführlich beschrieben in ft:pedia 4/2011 (S. 26-34), ft:pedia 1/2012 (S. 4-12) und ft:pedia 2/2012 (S. 39-45). Eine Step-by-Step-Aufbauanleitung für diesen Plotter gibt es im Downloadbereich der ft:community, ebenso das RoboPro-Steuerprogramm mit HP-GL-Parser und Beispielgrafiken.

Und Ende April 2014 veröffentliche Schloz Klug ein Video seines – Arduino-gesteuerten – fischertechnik-Lasercutters, der Moosgummi schneiden kann.

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