Warum Spielen hilft.

Vor gut fünf Jahren publizierte die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) unter ihrem damaligen Vorsitzenden Prof. Dr. Henning Kagermann (ehem. Vorstandsvorsitzender der SAP AG) das Ergebnis der Studie „Nachwuchsbarometer Technikwissenschaften“ (7/2009).

Im Rahmen der Studie wurden 3.000 Schülerinnen und Schüler, 6.000 Studierende (technische Fächer) und 3.500 Ingenieure unter anderem gefragt, womit sie sich in ihrer Kindheit wie oft beschäftigt haben. Das Ergebnis: Ingenieure und Studierende technischer Fächer hatten „oft“ bis „sehr oft“ Geräte aufgeschraubt und repariert und mit Modellbahnen, ferngesteuerten Modellen und – vor allem – mit Technikspielzeug gespielt.

Ganz anders die Schülerinnen und Schüler von heute: Mit Technik beschäftigen sie sich „selten“ bis „nie“; nur bereits technisch interessierte Schüler beschäftigen sich „selten“ bis „oft“ mit Technikspielzeug. Das Fazit der Studie fällt daher entsprechend ernüchternd aus:

Die klassische Motivation über Bau- bzw. Experimentierkästen und Modellbahnen, aber auch das Erkunden und Reparieren von technischen Gegenständen (im Haushalt) ist kaum noch bei den heutigen Jugendlichen vorzufinden. (…) Ein Zeitalter der über Generationen erfolgreichen mechanischen, spielerischen Aneignung von Technik geht zu Ende.

Eine Entwicklung, die auch der Generaldirektor des Deutschen Museums mit Sorge sieht:

Gesellschaft und Schulen müssen wieder zur naturwissenschaftlich-technischen Kultur erziehen. Heute sagt keiner mehr: Ich will Brückenbauingenieur werden. Diese Vorbilder schätzt unsere Gesellschaft nicht, obwohl wir technische Berufe mehr denn je brauchen. (…) fischertechnik oder ein Röhrenradio zu reparieren, wäre viel besser, weil man dadurch lernt, wie etwas aufgebaut ist.“

Prof. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums. In: Das Magazin für MINT-Bildung, 2/2013

In den USA spricht man bereits von einer messbaren Kreativitätskrise (Kyung Hee Kim: „The Creativity Crisis: The Decrease in Creative Thinking Scores on the Torrance Tests of Creative Thinking“ , Creativity Research Journal, Volume 23, Issue 4, 2011) – gegen die Andreas Rudolph in seinem Blog ebenfalls Technikspielzeug empfiehlt.

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