Was ein fischertechniker im Bücherschrank stehen haben sollte (Teil 12).

Es gibt Bücher, die sind Werke. Und es gibt Werke, die sind Lebenswerke. So wie das „Weltreich der Technik“ von Artur Fürst, das ich bereits vorgestellt habe. In dieselbe Kategorie gehört „Die Technik“ von Franz Maria Feldhaus (1874-1957): ein Lexikon der Technik „der Vorzeit, der Geschichtlichen Zeit und der Naturvölker“, erschienen 1914 im Verlag Wilhelm Engelmann, Leipzig.

Franz M. Feldhaus: Die Technik („Automat“)

Schon beim Durchblättern dieses 750 Seiten umfassenden Monuments der Technikgeschichte wird die Leistung des Autors erkennbar: Mit unfassbarem Fleiß hat sich Feldhaus durch die Technikliteratur der Jahrhunderte gelesen, um die tatsächlichen Ursprünge technischer Errungenschaften aufzuspüren und deren Entwicklung nachzuzeichnen. Besonders fortschrittlich war seine der Erstellung des Lexikons zu Grunde liegende Methode: Über ein System von mehr als 150.000 Karteikarten stellte er beim Quellenstudium Zusammenhänge und Verbindungen her, notierte Personen, Jahresdaten und Fundstellen – sowie alle Werke, in denen er entgegen seiner Erwartung keinen Hinweis zu einem Techniksachverhalt gefunden hatte. Damit gelang es ihm, zahlreiche Irrtümer und Fehlzuordnungen aufzuklären. Zwar waren einige seiner Veröffentlichungen unter Technikhistorikern umstritten – aber das mindert seine Leistung kaum: Er ist der Verfasser von 52 Büchern und rund 3.800 Aufsätzen und Artikeln; allemal eine beeindruckende Gesamtleistung.

Franz M. Feldhaus: Die Technik („Uhr“)

Mehr noch: Ein vergleichbares Lexikon der Technikgeschichte ist seit 1914 nicht mehr erschienen, auch wenn in vielen interessanten Technikgebieten die Forschung inzwischen genauere und tiefere technikgeschichtliche Erkenntnisse gewinnen konnte. Im Jahr 1970 erschien das Buch denn auch als unveränderte Neuauflage im Heinz Moos Verlag, München – ergänzt lediglich um einen rund 25 Seiten starken „Nachtrag“ des Autors selbst. Einen Scan der Originalfassung von 1914 findet man im Internet-Archiv.

Für fischertechniker ist das Buch eine reichhaltige Fundgrube – zahlreiche Illustrationen und technische Zeichnungen veranschaulichen die Funktionsweise wichtiger Techniken. Sie fördern damit das technische Verständnis und geben zugleich Anregungen für eigene Modelle.

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