Wie fischertechnik bei einer prämierten Matura-Arbeit half.

Immer wieder verstecken sich in den Tiefen des Internet kleine, feine, begeisternde Geschichten. Leider gibt es dafür bisher keine Suchmaschine – wie die echten findet man solche Perlen nach wie vor nur mit Glück und etwas Spucke. Eine solche Perle ist eben wie von Zauberhand auf meinem Bildschirm erschienen – und mein fischertechniker-Herz machte ein paar kleine Freudensprünge.

Wir schreiben das Jahr 2014. Lionel Peer und Martin Ulmer, zwei Schüler der Kantonsschule Kreuzlingen, beschließen, im Rahmen ihrer Matura-Arbeit einen selbstbalancierenden Roboter zu bauen. Als Steuermodul wählen sie einen Arduino Uno, als Konstruktionsmaterial nach einigen Tests – wie könnte es auch anders sein – die väterliche fischertechnik-Sammlung vom Speicher. Und dann wühlen sich die beiden 18-Jährigen tief hinein ins „Neuland“: die Ansteuerung von Gleichstrommotoren mit einem Arduino Motor Shield, die Funktionsweise des I²C-Protokolls, den Gyro- und Beschleunigungssensor MPU-6050 und die Arbeitsweise eines PID-Reglers.

Nach fünf Monaten lernen, versuchen, irren und justieren steht ein funktionierender Prototyp – und darf auf unterschiedlichen Böden beweisen, was er drauf hat:

Die beiden Schüler dokumentierten ihr Werk ausführlich in einer (sehr gut lesbaren) 76-seitigen Ausarbeitung – und wurden für diese hervorragende Leistung im Februar 2015 als beste Matura-Arbeit des Jahres ausgezeichnet.

Gäbe es doch bloß ähnlich herausfordernde Aufgabenstellungen an mehr Schulen. Schließlich ist seit über 30 Jahren belegt und unbestritten, dass Lernen immer dann am wirksamsten funktioniert und die größte Kreativität freisetzt, wenn Schülerinnen und Schüler sich an eigene Fragestellungen heranwagen. Da darf dann gelegentlich auch gerne eine technische Herausforderung dabei sein…

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