Warum fischertechnik unter den Weihnachtsbaum gehört.

Wie jedes Jahr ist am 24. Dezember – ganz überraschend – Weihnachten. Dabei sollten wenigstens die Adventskerzen die Über­raschung ein wenig mildern: Spätestens wenn die vierte Kerze stark herunterge­brannt ist, kann es eng werden mit den Weihnachtseinkäufen.

Vor 42 Jahren half auch fischertechnik, die Überraschung zu mildern: durch eine „Wunschzettel“-Einlage im Clubheft. Ein beidseitig eng bedrucktes DIN-A5-Blatt mit einer Liste aller damals erhältlichen 85 (!) fischertechnik-Produkte – von Baukästen für das Vorschulalter (mit den missver­ständlichen Titeln „25 V“, „50 V“, „100 V“, „1000 V“) über Motor und Ge­triebe, Statik, Elektromechanik und Elek­tronik bis zu den Hobby-Bänden.

Wunschzettel

fischertechnik-Wunschzettel (1973)

Es kam, was kommen musste: Ich kreuzte alle 85 Kästchen an und überreichte die Übersicht meinen Eltern – zur freundlichen Weiterleitung an den zuständigen Weih­nachtsmann. Zwar kam für mich dadurch Weihnachten nicht ganz so überraschend, wohl aber meine Päckchen – denn zu meiner großen Enttäuschung waren es deutlich weniger als 85.

Immerhin steckte in dem einen oder anderen ein fischertechnik-Baukasten – und die Teile daraus bereichern bis heute meine Materialsammlung. Intensiv bespielt und doch, nach über 40 Jahren, noch voll funk­tionsfähig – Polwendeschalter, Minimots, Silberlinge, Elektromagneten und 6 V-Motoren inklusive.

Das bringt mich zu einer anderen Liste – die Liste der Spielzeuge, die die Kindheit über­leben. Keine Frage: fischertechnik ist wahr­scheinlich das Spielzeug mit der höchsten „Speicherquote“ – dem Verhältnis der sorg­sam auf dem Speicher verwahrten zu den entsorgten, verschenkten oder verkauften Kästen.

Betrachtet aus der Perspektive aktueller „Pay per Use“-Geschäftsmodelle erschei­nen da die Preise eines fischertechnik-Kastens gleich in einem anderen Licht: Geteilt durch die Zahl der mit ihnen glücklich verbrachten kreativen Spielminuten dürfte fischertechnik zu den mit Abstand günstig­sten Spielzeugen überhaupt zählen – noch vor Lego, denn dort mutieren gelegentlich einige der besonders ausgefeilten Modelle nach dem ersten Aufbau zur Regaldeko (vulgo: Staubfängern).

Daher hoffe ich, dass auch in diesem Jahr viele Kinder fischertechnik-Kästen unter dem Weihnachtsbaum entdecken durften – die hof­fentlich ebenso intensiv bespielt und lange gehegt werden wie meine aus dem Jahr 1973. Günstigere Geschenke kann man sich kaum vorstellen.

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