Wie man seinen Kindern das Naschen abgewöhnt.

Dank ungezählter Studien und EU-Norm konformer Kennzeichnung wissen wir ja inzwischen alle, dass Softgetränke, Schokoriegel und Fruchtjoghurt im Wesentlichen aus einem „Geschmackskörper“ aus reinem Zucker bestehen: Gift für die Zähne und Futter für die Rettungsringe, die der Körper daraus für Notzeiten anlegt – man weiß ja nie was kommt. Bei Kindern ist das besonders fatal, denn es legt die Ernährungsgewohnheiten der Zukunft fest.

Als (ungelernt und ungeprüft) zur Erziehung Berechtigter steht man da vor dem Problem, dass sich die eigenen Sprösslinge dieser so wunderbar sauber begründeten und wissenschaftlich belegten Erkenntnis in der Regel reflexartig verschließen. Jedenfalls dann, wenn Oma oder Opa den Zugang zu solcherlei teuflichem Zuckerzeug eröffnen.

Wenn das Arsenal klassischer elterlicher Eingriffsmöglichkeiten daraufhin wirkungslos verpufft, bleibt nur der Griff in die Trickkiste. Und, siehe da: auch hier kann fischertechnik Wunder wirken. Peter Habermehl hat gezeigt, wie das geht. Man nehme: Hubgetriebe, S-Motoren, Fototransistoren, Pneumatik mit Magnetventilen, einige Statikteile und einen Controller – und bastele sich einen Maoam-Antomaten. Zur Verhinderung unkontrollierten Zugriffs auf die Bevorratung verteile man mit QR-Codes versehene Berechtigungskarten an seine Schutzbefohlenen – und mit ein wenig Python-Programmierung hat man die Sache im Griff.

QR-Code-Zugangskarten für Maoam-Automat (Foto: Peter Habermehl)

QR-Code-Zugangskarten für Maoam-Automat (Foto: Peter Habermehl)

Der Rest ist für einen fischertechniker Fingerübung. Dabei sollte man es nicht versäumen, den Nachwuchs an der Konstruktion zu beteiligen – wie bekannt sind selbst errichtete goldene Käfige die wirkunsvollsten. Zum Schluss wird das Werk (zur Verhinderung eines unkontrollierten Warenabflusses) noch mit 2,5mm dickem Plexiglas verkleidet, das mit S-Riegeln an den Flachträgern befestigt wird.

Maoam-Automat von Peter Habermehl

Maoam-Automat von Peter Habermehl

Das Resultat ist beeindruckend: Völlige väterliche Kontrolle über das Konsumverhalten der Heranwachsenden – und das mit begeisterter Mitwirkung der Betroffenen:

Es ist auch bemerkenswert, daß von Oma geschenkte Maoam-Stangen nicht mehr im Kinderzimmer weggemampft, sondern brav zur Bevorratung des Maoam-Automaten abgeliefert werden.“ (Peter Habermehl)

Wenn Erziehung doch bloß immer so einfach wäre…

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