Was ein fischertechniker im Bücherschrank stehen haben sollte (Teil 9).

Vorweg: Dieser Blogeintrag hat vielleicht ein wenig „G’schmäckle“, denn das Büchlein, das ich empfehlen möchte, ist unter meiner Mitwirkung entstanden. Man verzeihe mir daher bitte die eine oder andere „Überschwänglichkeit“, denn noch wirkt das Adrenalin des Schreibmarathons nach …

Fast 40 Jahre ist es her, dass das letzte Buch erschienen ist, das sich mit fischertechnik beschäftigt hat. Seit den 16 Hobby-Bänden und dem Büchlein von Wolfgang Back aus dem Jahr 1977 gibt es außer den Bauanleitungen, die den fischertechnik-Kästen beiliegen, keine Literatur über fischertechnik mehr.

Liegt das daran, dass es keine Nachfrage nach Publikationen gibt, die sich tiefer mit den Möglichkeiten des genialen fischertechnik-Baukastensystems auseinandersetzen? Das erscheint unwahrscheinlich – die hohe Nachfrage nach der Fan-Zeitschrift ft:pedia und die deutlich zweistellige Zahl allein der aktuellen deutschsprachigen Lego-Technik-Bücher sprechen dagegen. Vielleicht liegt es ja – ganz banal – einfach nur daran, dass sich über knapp 40 Jahre keine Autoren fanden, die es für Wert erachteten, einige grundlegende technischen Zusammenhänge mit fischertechnik darzustellen – ähnlich wie es die Hobby-Bände in den 70er Jahren beispielhaft vorgemacht hatten.

Wie auch immer: Zum 50. Geburtstag von fischertechnik haben sich zwei Autoren gefunden. Thomas Püttmann und Dirk Fox haben ein kleines (fischer)technisches Geschichtsbuch verfasst: Sie entführen in 2.000 Jahre Technikgeschichte und stellen einige der zentralen Errungenschaften der Menschheitsgeschichte und deren Entwicklung an über 60 fischertechnik-Modellen vor. Sechzehn Meilensteine, vom Flaschenzug über die Uhr, den Sextanten, die Dampfmaschine, den Elektromotor und den Telegrafen bis zum Hubschrauber, werden in dem Buch lebendig und laden zum Nachbau mit fischertechnik ein.

Neben dem Spaß und den vielen eigenen Lernerlebnissen, die die Autoren beim Verfassen des 360seitigen Buchs genossen, gab es einen zweiten wichtigen Antrieb: Die faszinierende Funktionsweise der vorgestellten, überwiegend mechanischen technischen Innovationen und ihre vielfach unterschätzte Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit laufen Gefahr, in Vergessenheit zu geraten – denn zumindest in der Schule spielen sie keine Rolle. Daher zielt das Buch nicht nur auf (fischer-)Technikbegeisterte: Die vorgestellten Modelle eignen sich auch für Veranschaulichungen im Physik-, Mathematik- und Geschichtsunterricht.

Zum Buch gibt es eine Webseite mit weiterführenden Materialien, und Amazon erlaubt einen Blick ins Buch. Auf der Webseite des dpunkt-Verlags gibt es das Inhaltsverzeichnis und Auszüge aus dem Buch als pdf-Download.

P.S.: Vielen Dank an die Leser für die großartigen Rückmeldungen und Amazon-Bewertungen!

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