Warum man für einen Klinostaten fischertechnik braucht.

Äh – einen was? Ein Klinostat ist ein Gerät, mit dem sich die Wirkung der Schwerkraft auf Pflanzen erforschen lässt. Biologen forschen mit solchen Geräten. Dabei wird durch eine Rotation eine einseitige „Schwerkraft-Reizung“ ausgelöst. Historische Klinostaten spießten dazu Pflanzen auf eine Stange und versetzten sie mit einem Elektromotor in Drehung.

Historischer Klinostat

Klinostat mit regulierbarer Geschwindigkeit (aus: E. Zimmermann, Psychologische und Physiologische Apparate, 1912).

Nun würde man annehmen, dass Forscher heute dafür teure Geräte erwerben, die für eine gleichmäßige und zuverlässige Rotation bestückter Petrischalen sorgen. Weit gefehlt. Die Anforderungen der Abteilung Zelluläre Biochemie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg waren offenbar so speziell, dass Biochemiker Prof. Dr. Ingo Heilmann seine fischertechnik-Kästen vom Dachboden holte – und das Gerät kurzerhand selbst konstruierte. 40 Jahre alte grau-rote Bauklötzchen, angetrieben von einem ebenso bejahrten 6V-Motor, drehen nun, tagaus tagein, bis zu fünf Petrischalen mit Kreuzblütlern – gleichmäßig und zuverlässig. Und leisten einen unverzichtbaren Dienst an der deutschen Molekularforschung.

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